Wenn neues Leben erwacht:
Von der Setzung der Pfropfrebe auf dem Feld bis zum Weißen Burgunder in Ihrem Glas

(Nov.20) - Bevor die eigentliche Arbeit im Frühjahr beginnt, wurde der Boden von Armin im November 2020 mit einem Roder tiefengelockert. Außerdem wurden die genauen Grundstücksgrenzen ermittelt, um die gesetzlichen Mindestabstände zum Nachbarn und zum Weg einzuhalten.

(16.04.21) - Hier im Bild erkennt man die Vorbereitung von Armin und Alexander. Ein Stöckchen markiert den Beginn jeder Reihe am oberen Rand des Feldes. Außerdem haben sie aus der Festlegung der Reihenbreite und des Stockabstandes den Standraum pro Stock errechnet. Dieser ist sehr wichtig und ist ausschlaggebend für die erfolgreiche Bewirtschaftung der nächsten 25 – 30 Jahre.

Von der Pfropfreben zum Weißen Burgunder
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(18.04.21) - Bevor die Pfropfreben gesetzt werden, wurden diese 2 Tage vorher in eine Bütte an einem schattigen Platz gestellt, damit sie sich mit Wasser vollsaugen können.

(20.04.21) - Die Edelreben, die gepflanzt werden, bestehen aus zwei Teilen: Der obere Teil wird „Edelreis“ genannt und ist in unserem Fall Weißer Burgunder. Der untere Teil ist die „amerikanische Unterlage“, bestehend aus dem Rebstamm und den Rebwurzeln. Die Wurzeln wurden von dem Veredler auf ca. 12 cm eingekürzt. Außerdem wurde die Verbindung zwischen dem Edelreis und der amerikanischen Unterlage paraffiniert: Die Reben wurden bei einer Temperatur von 80 ° in das Paraffin (grünes Wachs) für 1 Sekunde kopfüber 10 - 15 cm eingetaucht, damit die Veredlungsstelle zwischen den zwei Teilen stabil bleibt und nicht vertrocknet.

Von der Pfropfreben zum Weißen Burgunder
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(20.04.21) - Durch die sehr guten Anwachsergebnisse und durch die hohe Arbeitsleistung pflanzen wir schon seit über 25 Jahren mit der Pflanzmaschine. Peter und ein Mitarbeiter arbeiten konzentriert, indem der Traktorfahrer die Spur hält und sein Kollege die Reben einzeln in die Maschine einlegt. Diese setzt jede einzelne Rebe automatisiert alle 1,05 m in die Erde.

(20.04.21) - Die Pflanzung des gesamten Feldes ist nun fertig. Bis zum Horizont erkennt man unsere gepflanzten Weißburgunder-Reben.

(22.04.21) - Diese wurden noch beidseitig von Alexander angefahren werden. Das bedeutet, er fuhr ganz nah mit dem Traktorreifen an den Reben vorbei, um sie mit dem Boden fest zu verbinden. Nun hoffen wir auf ein gutes Gedeihen.

Von der Pfropfreben zum Weißen Burgunder
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Für den geraden Aufwuchs der Rebe als auch für eine optimale Besonnung der Blattfläche ist eine Unterstützungsvorrichtung, der sogenannte Drahtrahmen, notwendig. Hierfür ist folgendes erforderlich:
(1) Stahlstäbchen an allen Reben
(2) Mittelstickel in den Zeilen in ca. 5 m Abständen mit vorgefertigten Stationen zur Aufnahme der Drähte
(3) Kräftig, schräg stehende Endstickel am Anfang und am Ende einer jeden Reihe
(4) Anker mit Ankerdrähten an den Endstickeln
(5) 2 Biegedrähte (zur Aufnahme der Bogreben) auf 2 verschiedene Höhen
(6) 2 Heftdrahtpaare (werden links und rechts vom Stickel eingehängt) zur Formierung der Laubwand

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(02.05.21) - Zunächst wurden die Stahlstäbchen (1) per Hand relativ dicht an den Reben als Rankhilfe in die Erde gesteckt.

(19. bis 21.05.21) Dann haben Armin und Alexander (mit Traktor und Stickeldrücker) zusammen mit Pawel und dem Rest der Mannschaft die Mittelstickel (2) ca. 50 cm in die Erde gedrückt.


Nach drei sehr harten Tagen ist es vollbracht- die Mittelstickel stehen …

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(22.05.21) - Jetzt kommen noch die Endpfähle (3) am Anfang und am Ende einer jeden Reihe dran. Hierbei legt Armin besonderen Wert darauf, dass die Stickel ordentlich in einer Linie stehen, sodass ein schönes Gesamtbild entsteht.


Zum Schluss haben Pawel und Armin alle Endstickel nochmals mit der Hand in Reih‘ und Glied gestellt.

Nachdem die stabilen Stabanker (4) ca. 1 m tief maschinell mit einem Ankerdrückgerät in die Erde eingedreht wurden, hat Pedro noch einen kräftigen Ankerdraht durch die Öse des Ankers gezogen und mit dem Endstickel befestigt. Somit ist die Stabilität bei einer schweren Laubwand (für die Zukunft) gewährleistet.

Von der Pfropfreben zum Weißen Burgunder
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Von der Pfropfreben zum Weißen Burgunder
(vorher)
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(nachher)

(Anfang Mai 2021) Die neu gesetzten Reben sprießen so langsam und bekommen grüne Blätter. Nun müssen wir in kurzen Abständen dran bleiben, um die Triebe hoch zu ziehen. Es wird frühzeitig eine Auswahl von den Trieben getroffen, welcher davon stehen bleibt; dieser sollte möglichst gerade eine Verlängerung zur Wurzelstange bilden. Die überschüssigen Triebe werden entfernt.


Bei einer Trieblänge von etwa 3 – 5 cm erfolgt dies, damit das weitere Wachstum des zu belassenden Triebs möglichst früh einsetzt und die entstehenden Wunden beim Ausbrechen klein bleiben.

(Mitte Mai 2021) Armin behebt die Verfestigungen, die beim Befahren der Pflanzarbeiten entstanden sind, mit einem Scheibenpflug (hinten) und mit dem doppelseitigen Stockräumer(vorne), damit ein lockerer Boden entsteht.


Da Hasen, Kaninchen oder Rehe in Junganlagen durch das Abfressen der zarten Triebe große Schäden verursachen, haben unsere Mitarbeiter blaue Flatterbänder an den Stickeln angebracht als auch Lappen mit unangenehm riechenden Ölen aufgehängt.

Von der Pfropfreben zum Weißen Burgunder
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(Ende Mai 2021) - Nach der Bodenbearbeitung und dem ersten Ausbrechen ein herrlicher Anblick…

Jedoch ist die Unterstützungsvorrichtung noch nicht ganz fertig. Denn es müssen noch die Drähte eingezogen werden. Hierfür haben wir eine sogenannte „Drahthaspel“, welche an den Traktor angehängt wird. Zunächst werden die 4 oberen Heft-Drähte (6) -für das spätere „Heften der Laubwand“. eingebracht. Je nach Wachstum der Triebe werden diese später variabel auf verschiedene Stationen des Mittelstickels eingehängt. Im zweiten Durchlauf haben wir die unteren 2 Biege-Drähte (5) an festgelegte Stationen an den Mittelstickeln eingelegt und mit Metalldrähte angeradelt und fest justiert.

Wenn die Reben in den kommenden Jahren (immer im Frühjahr) geschnitten werden, wird danach für das „Biegen“ die Rebe zunächst am unteren Biegedraht mit einem „Bindegerät“ angebunden, dann über den oberen Biegedraht gelegt und zum Schluss das Ende der Rebe wieder an den unteren Biegedraht befestigt.

Von der Pfropfreben zum Weißen Burgunder
(Drahthaspel)
Von der Pfropfreben zum Weißen Burgunder
(Biegedrähte)
Von der Pfropfreben zum Weißen Burgunder
(vorher)
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(nachher)

(Mitte Juni 2021) Weiterhin muss regelmäßig an jeder einzelnen Rebe die überschüssigen Seitentriebe entfernt werden, und dann ca. alle 10 cm mit der „Max-Zange“ ein blaues Band angebracht werden. Dies trägt zum Schutz vor Beschädigungen an der Jungrebe und zur Beschleunigung des Längenwachstums bei.

Von der Pfropfreben zum Weißen Burgunder
(Max-Zange)
Von der Pfropfreben zum Weißen Burgunder
(Reben-Wachstum Anfang Juli 2021)
Von der Pfropfreben zum Weißen Burgunder
(Reben-Wachstum Ende Juli 2021)

(Mitte September 2021) Zum letzten Mal wurden die überschüssigen Triebe entfernt.

Die sogenannten „Gassen“ müssen darüber hinaus den ganzen Sommer hinweg sauber gehalten werden, da ihr Wachstum bei hohem Bodenbewuchs (durch Unkraut) leidet. Die hierfür erforderlichen Lockerungsmaßnahmen vermindern darüber hinaus die Wasserverdunstung und begünstigen die Nährstoffanlieferung. Was Alexander nicht mit dem Grubber erfasst, wird von Pawel und dem Rest der Crew per Hand mit der Hacke entfernt.

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(Anfang Oktober 2021) Danach hat Alexander als letzten Arbeitsschritt mit der Sämaschine Grassamen in jede 2. Fahrgasse eingesät. Das Gras ist schon Ende des Monats zu erkennen und kann jetzt die Winterfeuchte ausnutzen.

Wir sind glücklich und haben es geschafft, dass die Reben im ersten Jahr der Pflanzung auf die gewünschte Höhe gewachsen sind. Somit kann der Rebstamm im nächsten Frühjahr von Armin und Alexander auf die gewünschte Höhe „angeschnitten“ werden kann.

So hoffen wir, dass wir eventuell im 2. Standjahr einen leckeren Jungfernwein ernten können.

Und die Reise geht noch weiter...